Mobile Marketing: Mit einer Hybrid-App effizient auf iOS und Android durchstarten

Von Sev | Trends

Jan 19
Mobile Marketing mit Hybrid-App

In Zeiten der Online-Marketing-Devisen „mobile first“ und „mobile only“ ist es heute selbst für viele kleinere Unternehmen und Start-Ups sinnvoll, sich mit einer eigenen App für Smartphones und Tablets zu beschäftigen. Unser Tech-Insider stellt heute den effizienten und kostengünstigen Weg der Hybrid-App vor. Online Durchstarter erklärt, wie man eine einzige App für Apples Betriebssystem iOS und Googles Android parallel entwickeln kann.

Die Verschiebung vom stationären zum mobilen Internet ist unaufhaltsam. Der Anteil der Nutzer in Deutschland, die das mobile Internet mit einem Smartphone oder Tablet nutzen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren von 8% auf 56% hochgeschraubt. Will man als Firma den Großteil seiner Zielgruppe also überhaupt noch online erreichen, ist ein mobiler Unternehmens-Auftritt ein Muss. Nur was ist der beste Weg, um direkt auf das Smartphone eurer Zielgruppen zu gelangen?

Zwei Wege aufs Smartphone: Webapp vs. App

Unter einer App (kurz für „application“, zu deutsch: „Anwendung“) versteht man heute in der Regel eine Software, die speziell für ein mobiles Betriebssystem wie iOS (Apple) oder Android (Google) programmiert wurde. Apps werden entweder kostenlos oder gegen eine vergleichsweise geringe Summe im jeweiligen App Store heruntergeladen und auf dem Gerät installiert. Auf der Oberfläche des Mobilgeräts wird dann ein Icon angelegt, mit dem man die App direkt starten kann.

Zusammen mit der Verbreitung von Smartphones kam auch der Begriff der Webapp auf. Dahinter verbirgt sich allerdings nichts anderes als eine responsive Webseite, die für mobile Geräte optimiert wurde. Sobald diese Webseite mit einem Browser auf dem Smartphone oder Tablet aufgerufen wird, passt sie sich an die Größe des Displays automatisch an und kann dann auch mit dem Touchscreen gut bedient werden.

Eine responsive Webseite sollte heute angesichts der Nutzeranteile für jedes Unternehmen Standard sein. Die mobile Optimierung eurer Page ist auch essentiell, damit ihr im SEO-Ranking bei Google auf mobilen Geräten nicht abrutscht. Eine Webapp ist also keine Alternative zu einer stellt daher immer eine Erweiterung eurer Mobile-Strategie dar, weil sie eine Webseite in der Regel nicht ersetzen kann.

Was dafür spricht, eine echte App entwickeln zu lassen

Die Argumente dafür, zusätzlich zu seiner mobil-optimierten Webseite auch in eine App zu investieren, sind vielfältig.

1. Intensivere Nutzung: Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Nutzer mit einem Smartphone oder Tablet deutlich über 80% der Zeit mit Apps im Internet sind. Auf den Browser entfallen lediglich zwischen 12% bis 15% der Surf-Zeit

2. Engere Bindung: Wenn ein Nutzer sich eine App im Store aussucht, herunterlädt und installiert erzeugt dies eine viel engere Bindung zum jeweiligen Online-Angebot als das Googlen, Eintippen oder Bookmarken. Zudem ist die durch das Icon auf dem Startscreen immer im Sichtfeld und häufig nur einen Fingertipp entfernt.

3. Präsenz und Prestige: Ein nicht unwesentlicher Faktor für das Mobile Marketing ist die Sichtbarkeit der Marke in den App Stores. Darüber hinaus kann man die Tatsache, dass gewisse Inhalte, Funktionen und Angebote auch als App im Apple Store oder bei Google Play erhältlich sind, kommunikativ ausnutzen. Die Eindrücke „Die können ja auch App!“ und „Die leisten sich sogar eine App!“ fördern das Gesamtprestige bei Kunden, Partnern und Interessenten schon vor der eigentlichen Nutzung.

4. Bessere User-Experience: Mit einer echten App wird man immer einen größeren Funktionsumfang realisieren als mit einer responsiven Webseite. Push-Benachrichtigungen auf dem Startscreen oder spezielle Touch-Funktionen werden sich mit einer mobil optimierten Page auf dem Smartphone nicht realisieren lassen. Zudem bieten Apps in der Regel eine wesentlich bessere Performance, da sie die Speicher- und Prozessor-Ressourcen zielgerichtet nutzen.

Einheitlich, kosteneffizient und modern:
Hybrid-Apps für Apple- und Google-Geräte

Bei echten Apps wird zwischen nativen Apps und Hybrid-Apps unterschieden.

Die native App: maßgeschneidert für (nur) ein Betriebssystem

Unter einer nativen App versteht man eine App, die mit der Muttersprache des Betriebssystems geschrieben wurde. Für alle Apple iOS-Geräte ist dies Objective-C respektive Swift. Für Android-Geräte (diese bilden die überwältigende Mehrheit bei Smartphones und Tablets) ist es die allbekannte und sehr oft verwendete Sprache Java.

Der Quellcode beider Betriebssysteme unterscheidet sich wesentlich vom Interpreter. Will man mit seiner nativen App grundsätzlich auf allen Geräten lauffähig sein (Windows 10 Mobile dürfen wir aufgrund der minimalen Verbreitung mal außer Acht lassen), muss die App-Entwicklung in zwei verschiedenen Sprachen stattfinden, was zu deutlich höheren Kosten führt.

Die Hybrid-App: intelligent für beide Betriebssysteme entwickeln

Unter einer Hybrid-App versteht man eine App, die mit einem einzigen Framework geschrieben und dann für die beiden Betriebssysteme iOS und Android übersetzt wird. Ionic oder Phonegap sind Beispiele für solche Frameworks. Als diese Frameworks aufkamen, war die Performance von Hybrid-Apps gegenüber nativen Apps noch deutlich im Hintertreffen.

Softwareriesen wie Facebook arbeiten aber bereits an einem eigenen Hybrid-App-Framework namens React Native. Hier wird der Hybrid-Code sogar in nativen Code umgewandelt. Andere Frameworks wie z.B. Ionic nutzen die Implementierung von JavaScript, um den Code auf möglichst vielen Plattformen auszuführen. Alle Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile, aber eines haben Sie gemeinsam: Der Code wird nur einmal geschrieben und entsprechend sinken die Entwicklungskosten und die Entwicklungszeit drastisch.

Wichtig für Entwickler – die Hybrid-Community hilft besser

Die weltweiten Communitys der Hybrid-App-Frameworks sind in den letzten Jahren stark gewachsen, so dass der App-Entwickler bei Bedarf schnell einen Lösungsansatz aus dem Internet bekommt. Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass auch bei anspruchsvollen Anforderungen in der Regel keine Fragen offenbleiben. Natürlich kann man auch für die Umsetzung nativer Apps auf Communities zurückgreifen. Doch die Hybrid-Gemeinden sind aus meiner Sicht einfach pfiffiger und bieten leicht verständliche Antworten, während die nativen Coder sehr spezialisiert sind.

Fazit: Mittlerweile lassen sich Hybrid-Apps kosteneffizient, schnell und ohne Performance-Einbußen über die App-Stores an den Markt bringen. In Kombination mit einer responsiven Webseite, die auf die gängigsten Mobilgeräte von Apple und mit Googles Android optimiert wurde, bietet eine Hybrid-App eine zukunftsorientierte Basis für eure Mobile Marketing-Strategie. Grundlagen und Praxistipps zum Responsive Webdesign findet ihr bald auf Online Durchstarter.

Bildquelle: https://www.pexels.com/photo/person-holding-smartphone-taking-picture-of-bridge-during-daytime-122383/

Über den Autor

Sev ist HTML-Programmier und Entwickler für mobile Apps der ersten Stunde. Er deckt im mobilen Bereich dabei die ganze Bandbreite von nativen Single-Purpose Apps bis hin zu Corss-Plattform-Framework Apps ab. Jenseits der Arbeit programmiert und mischt er Musik, die genau soviel User Experience bieret wie seine Webanwendungen.

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